Im Fall der Mauer
Irgendwie fühlt sich dieser heutige Tag an wie Sylvester. Alle warten auf die letzte Sekunde des Jahres. Auf den großen Knall. Ein neues Jahr wird kommen. Ein neues Jahr? Ach was, ein neues Leben!
Hat auch was von Weihnachten, dieser graue Novembertag. Besonders in Berlin. Warten auf das Christkind. Warten auf Schabowski.
Vor 20 Jahren gegen 19.00 Uhr stammelte der SED-Funktionär vor versammelter Weltpresse die frohe Kunde des Politbüros: "das tritt nach meiner Kenntnis... ist das sofort... unverzüglich ... dürfen DDR-Bürger ständig ausreisen ..." Und nicht nur ausreissen!
Vor 20 Jahren gegen Mittag hätte der Fotograf diesen Schuss wohl noch mit seinem Leben bezahlt. Von wegen Republikflucht.
Die Berliner Mauer ist zum Bauschutt der Geschichte geworden. Und diese Geschichte soll am heutigen Abend am Brandenburger Tor nacherzählt werden: Vom ZDF und mit 1.000 Dominosteinen auf dem Fest der Freiheit.
Auf einer Strecke von 1,5 Kilometern stehen die 2,50 Meter hohen Styroporplatten zwischen Potsdamer Platz und Reichstag. Sie sollen am Abend ab 19.00 Uhr (wegen Schabowskis Zettel) symbolisch in einer Kettenreaktion den Fall der Mauer symbolisieren.
Ein Symbol, das die Welt bewegte.



























