Mittwoch, 21. April 2010
Im Zollhaus
Schnell mitbieten: 1 Kilogramm (Marken)-Löskaffee, abgepackt in fünf Gläser á 200 Gramm für aktuell (am 21.04.2010 um 19:20 Uhr) schlappe 32 Euro zzgl. fünf Euro Versandkosten. Der deutsche Zoll versteigert die milde Bohne zum halben Marktpreis. In knapp 15 Stunden fällt der Hammer.
Zirka 1.400 Behörden - vom Deutschen Bundestag bis zur kleinsten Kreiskasse - bieten hier ihre beweglichen Sachen öffentlich an. Meistens wurden diese Gegenstände zuvor von Finanzbeamten, Zollfahndern oder Polizisten im Dienste des deutschen Staates sichergestellt, gepfändet oder beschlagnahmt.
Außerdem versteigern die öffentlichen Einrichtungen alles, was im Behördenalltag ausgedient hat: Möbel, Computer etc. Mittlerweile setzt die Internet-Plattform bis zu 30 Millionen Euro jährlich um. Kaufen kann dort jeder.
Der Erfolg des Zolls mit seinen Auktionen hat auch andere Institutionen ins Web gelockt. So will die Landesjustizverwaltung Nordrhein-Westfalen ihre Website weiter ausbauen, damit alle Justizeinrichtungen in Deutschland Waren aus dem Staatsbesitz online versteigern können. Aber noch ist deren Produktpalette recht übersichtlich.
Konkurrenz belebt das Geschäft: Aus Bundeswehrbeständen und anderer öffentlicher Auftraggeber versteigert die Verwertungsgesellschaft des Bundes (Vebeg) ihr Dienstmaterial via Web.
Es muss nicht immer Ebay sein!

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