Freitag, 30. März 2007

Herr K und der Minister

Als Herr K. in amerikanischer Gefangenschaft saß, war der Minister noch Kanzleramtschef. Herr K. war damals im Dezember 2001 unter Terrorverdacht in Pakistan festgenommen und US-Soldaten in Afghanistan übergeben worden; kurz nach dem sich die Staubwolken aus New York verzogen hatten. Von Afghanistan brachte man ihn dann ins Gefängnis Guantanamo auf Kuba.

Herr K. hat stets beteuert, dass er lediglich zu Koranstudien nach Pakistan gefahren sei. Aber man glaubte ihm das nicht, sondern vermutete vielmehr, Herr K. wolle sich in Afghanistan dem bewaffneten Kampf der Taliban anschließen. Beobachtungen, abgehörte Telefonate sowie Befragungen von Kontaktleuten ließen keinen anderen Schluß zu.

Trotzdem wollten die Amerikaner Herrn K. schon im Sommer 2002 abziehen lassen. Doch soviel Freiheit ging den deutschen Herren zu weit, und man verhängte eine Einreisesperre gegen Herrn K., die erst im August 2006 wieder aufgehoben wurde. Juristisch lässt sich am Fall K. wohl nicht rütteln, aber mit dem heutigen Wissen war die Ablehnung doch sehr hartherzig. Eine Entschuldigung für das Leid der 5-jährigen Gefangenschaft gab es vom Minister dennoch nicht.

Mensch Meier, da fällt Ihnen doch kein Stein aus der Krone, Herr Minister.

Donnerstag, 29. März 2007

Es lebe der Spatz!

Lange, lange vor dem Eisbären Knut flimmerte der freche WDR-Wollspatz vom Wallrafplatz in die Wohnstuben. Im September 1969 aus dem Medienei geschlüpft und schlagfertig genug, um den kleinen Zuschauern kluge Fragen witzig zu beantworten. Denn sein Großvater stamme aus Berlin, erklärte der Spatz seinen Freunden.

Dort tummelt sich auch Knut behaglich im Scheinwerferlicht, während seinen wilden Artgenossen das Polareis unter den Tatzen schmilzt.

Aber auch den Spatzen droht Ungemach. Ihr Bestand hat sich in Deutschland nach Expertenmeinung seit den 70er Jahren etwa halbiert. Deshalb: Helft den Spatzen, denn sie brauchen Nist-Support! Schafft spatzenfreundliche Lebensräume

Bepflanzt Eure Gärten mit einheimischen Sträuchern, Blumen und Hecken. Beackert die Felder ohne Gifteinsatz. Nur dort finden die Spatzen die Insekten als eiweißreiche Nahrung für ihre Jungen und können so wieder bis zu vier Mal im Jahr brüten.

Strengt Euch an, Ihr Spatzenhirne!

Mittwoch, 28. März 2007

Kröten zu Dünger

Australier trinken das Bier arktiseiskalt und essen das Fleisch von Krokodilen. Selbst vor den Kängurus macht ihr Appetit nicht halt. Und woran liegt das? Weil sie aus Kröten Pflanzendünger machen! "Die giftige Agakröte ist ein fantastischer Dünger", schwört Graeme Sawyer von der australischen Umweltschutzgruppe Frogwatch.

Die Froschwächter machen Jagd auf diese Amphibien. Sie sammeln die Kröten in den Tümpeln und töten die possierlichen Frösche mit Kohlendioxid. Danach werden ihre Kadaver zu Düngemittel verarbeitet, wobei das Krötengift unschädlich gemacht wird.

Die Agakröten waren in den 30er Jahren aus Südamerika nach Australien exportiert worden, um Käfer auf den Zuckerrohrplantagen im Norden des Landes unter Kontrolle zu halten. Doch inzwischen hat sich der Lurch zur richtigen Plage entwickelt und das australische Ökosystem durcheinander gewirbelt.

Zahllose Tiere fallen ihm zum Opfer: gar Schlangen oder Krokodile. Die jetzt in der Nähe von Darwin gefundene Agakröte ist eine der größten, die je in Australien entdeckt wurden: So groß wie ein kleiner Hund und fast ein Kilo schwer.

Nix für die Pfanne, mate?

Dienstag, 27. März 2007

Mindestens Spitzenlohn

Ackermann ist wieder Spitze! Mit 13,2 Mille Jahresgehalt hat sich der Schweizer rund elf Prozent Gehaltserhöhung im Vergleich zu 2005 eingeheimst. Damit ist die alte Rangfolge der Dax-Topverdiener wiederhergestellt.

Weil Linde seinen Geschäftsbericht einen Tag früher veröffentlicht hatte, war nämlich Vorstandschef Wolfgang Reitzle vorübergehend mit seinen 7,37 Millionen Euro Jahresgehalt Leader of the Top. Spitzenlöhne für Spitzenarbeit. Mindestlöhne für Minderarbeit? Stopp, bloß keine Neiddebatte anzetteln.

4,50 bis 7,00 Euro die Stunde seien als Mindeststundenlohn in Deutschland okay, findet Professor Peter Bofinger von der Uni Würzburg. Außerdem plädiert der Ökonom für das angelsächsische Modell einer negativen Einkommensteuer. So solle ein staatlicher Zuschuss sicherstellen, dass der Mindestlohn zur Existenzsicherung ausreicht.

Reicht das wirklich? Denn nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Opinion ist 39 Prozent der Deutschen ihr Job zu anstrengend. Auf der europäischen Gefühlsskala ist das aber nur Mittelmaß: Am meisten stöhnen die Litauer über ihre Arbeit. Dort fühlen sich 71 Prozent der Befragten am Arbeitsplatz überfordert.

Klagt nicht zu laut; noch habt ihr einen.

Montag, 26. März 2007

Knut sei Dank

Der Berliner Zoo will seinen jüngsten Medienstar vermarkten und hat sich Knut als Eisbärenmarke schützen lassen. Demnächst in Ihrem Zoo: Knut als Comic, Knut auf Tassen und Tellern im Schrank, Knut auf T-Shirts und Basecaps oder Knut als Schlecker-Eis. Hmmmh! Knut macht Kohle.

Jährlich besuchen rund 2,3 Millionen Menschen das Tiergehege am gleichnamigen Bahnhof. Jetzt sollen nochmals etwa 300.000 Gäste pro Jahr hinzukommen, die dann etwa drei Millionen Euro zusätzlich an die Kassenhäuschen bringen. Knut sei Dank!

Knut lockt die Zuschauer auch vor die Glotze: Die erste Folge der zehnteiligen rbb-Dokumentation über den kleinen Eisbären, die am Samstagvormittag im ARD-Programm lief, hatte nach Sender-Angaben etwa 900.000 Zuschauer oder einen Marktanteil von 14,7 Prozent.

Nachbar Schröder hat jetzt seine Webcam auf den Vogelbauer gerichtet und streamt nun rund um die Uhr das grünes Federvieh ins Netz.

Der Markenschutz für "Schieter" ist beantragt.

Freitag, 23. März 2007

Leer, Drei, Fünf

Neulich im Gitarrenmarkt. In der Übungsecke des kleinen Ladens spielen zwei Kiddies schüchtern mit einer Paulakopie herum. Nach einer Weile stöpselt der Rothaarige die Gitarre in den Verstärker und lauscht andächtig dem sonoren Brummen. Was nun spielen, ohne sich vor dem Publikum zu blamieren? Lieber auf Nummer sicher gehen: "Tiefe E-Saite leer anschlagen, dann am dritten Bund, am fünften Bund". Geht doch.

Der Verkäufer verdreht mitleidig die Augen. Schon zu oft gehört und meistens falsch gespielt. Aber egal. "Smoke on the Water" von Deep Purple gehört sicherlich nicht auf die Liste der vom Aussterben bedrohten Songs. Dann schon eher auf die Liste der verbotenen Songs, zumindest im Gitarrenladen.

Als Ritchie Blackmore diesen Lauf zum ersten Mal intonierte, waren die Eltern der Kiddies vielleicht selbst erst 16 Jahre alt. Der Purple-Klassiker, der 1972 auf dem Album „Machine Head“ erschien, erzählt die Geschichte eines Frank Zappa Konzertes, das in Montreux stattfand. Angeblich hatte damals ein Schweizer Fan mit einer Signalpistole an die Decke des Konzertsaals („some stupid with a flare gun“, heißt es im Text) geschossen und damit den gesamten Gebäudekomplex inklusive Zappa-Equipment abgefackelt.

Blackmore spielt in seiner feurigen Tonfolge so genannte Doppelgriffe: jeweils zwei Saiten gleichzeitig niederdrücken und anschlagen. Guckst du hier.

Die Gitarrenverkäufer werden es Euch ewig danken!

Donnerstag, 22. März 2007

Weiße Ostern in Berlin?

Die beiden Tauben starren einander ungläubig an. Schnee auf dem Dach? Im Flachland? Einen Tag nach Frühlingsbeginn und zwei Wochen vor Ostern? Mitten in Berlin. El Niño, Du nervst! Weiße Ostern und grüne Weihnachten.

Denn noch nie waren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen die Temperaturen zwischen Dezember und Februar rund um den Globus so hoch wie zuletzt. Laut einem Bericht der Nationalen Behörde für Ozeane und Atmosphäre der USA haben sie 0,72 Grad Celsius über dem Mittelwert für das 20. Jahrhundert gelegen.

Die Wissenschaftler machen zum Teil auch das El Niño-Phänomen, das die Meeresoberfläche im östlichen Pazifik aufgewärmt hat, für den ungewöhnlich milden Winter verantwortlich. Biologen berichten bereits von einer Art Völkerwanderung bei Schmetterlingen. Während kälteliebende Arten bedroht seien, würden Tiere aus dem Süden in den immer wärmer werdenden Norden vordringen. Hoffentlich marschiert der Osterhase nicht gleich mit und streikt wegen Schnee zu Ostern.

Dann lassen sich die bunten Eier doch viel leichter finden!

Mittwoch, 21. März 2007

Schlaue Bauern

Die dümmsten Bauern ernten immer die dicksten Kartoffeln. Dumm vielleicht, aber bestimmt nicht blöd. Ein großer Teil der Agrarsubventionen des Jahres 2005 von insgesamt knapp 49 Milliarden Euro seien unrechtmäßig ausgezahlt worden, klagt der Europäische Rechnungshof.

Allein in Deutschland hätten Landratsämter oder Kreisverwaltungen fast die Hälfte aller kontrollierten Anträge zu Unrecht genehmigt. In Zypern lag die Fehlerquote bei fast 90 Prozent, in Portugal bei 77 Prozent, in Irland aber nur bei 16 Prozent. Tja, wer nicht lesen und schreiben kann, hat Verwandte. Pisa hin, Pisa her.

Die EU-Kasse ist prall gefüllt: In diesem Jahr werden 140 Milliarden Euro verteilt. Es ist aber auch das dreizehnte aufeinander folgende Budget, dem der Europäische Rechnungshof seine Genehmigung verweigert. Mit den vertrauten Argumenten: Mehrfachbuchungen, getürkte Rechnungen, Unstimmigkeiten zwischen Agrarsubventionen und Satellitenfotos, kriminelle Absprachen zwischen Behörden und Betrügern in manchen Staaten. Fast 90 Prozent des Gemeinschaftsbudgets lassen sich nicht zuverlässig zuordnen.

Und was ist mit dem Rest?

Dienstag, 20. März 2007

Ihr wisst Bescheid

Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling oder umgekehrt führt seit Beginn des Jahres ein Webtagebuch. Die deutschen Blogcharts listen das Weblog bereits auf Platz 15. Aber die Schlämmergeschichten sind gar kein "echtes" Weblog, sondern eine reine Werbeveranstaltung im Auftrag des Wolfsburger VW-Konzerns.

Hape Kerkeling ist der Domain-Eigentümer und agiert in den Videoclips als Hauptdarsteller. Die aktuellen Texte werden von drei professionellen Schreibern zeitnah ins WWW gespeichert. So wird bestimmt auch das nächste Tagebuch ein Bestseller. Wetten dass ... ?

"Mit dem Touareg über den Jakobsweg". Weiste Bescheid!

Montag, 19. März 2007

Boxenstopp

Luigi Fagioli († 1952), Felice Bonetto († 1953), Charles de Tornaco († 1953), Onofre Marimón († 1954), Eugenio Castellotti († 1957), Stuart Lewis-Evans († 1958), Peter Collins († 1958), Luigi Musso († 1958),

Chris Bristow († 1960), Alan Stacey († 1960), Harry Schell († 1960), Ricardo Rodriguez († 1961), Wolfgang Graf Berghe von Trips († 1961), Giulio Cabianca († 1961), Carel Godin de Beaufort († 1964), John Taylor († 1966), Lorenzo Bandini († 1967), Bob Anderson, († 1967), Jo Schlesser († 1968), Gerhard Mitter († 1969),

Piers Courage († 1970), Jochen Rindt († 1970), Jo Siffert († 1971), Roger Williamson († 1973), François Cévert († 1973), Helmut Koinigg († 1974), Peter Revson († 1974), Mark Donohue († 1975), Tom Pryce († 1977), Ronnie Peterson († 1978),

Patrick Depailler († 1980), Gilles Villeneuve († 1982), Riccardo Paletti († 1982), Elio de Angelis († 1986),

Roland Ratzenberger († 1994) und Ayrton Senna († 1994): Liste der 34 bei Formel-1-Rennen oder F1-Testfahrten tödlich verunglückten Fahrer. Zwischen 1950 und 2007 starben weitere 59 F1-Rennfahrer bei anderen Rennen bzw. Unfällen.

Kimi Räikkönen (* 1979): Erster Sieger der neuen Saison beim Grand Prix von Australien in Melbourne.

Freitag, 16. März 2007

Eine Frage der Zeit

Etwa 340.000 Asteroiden haben Astronomen in unserem Sonnensystem entdeckt. Die meisten kosmischen Brocken ziehen zwischen Mars und Jupiter ihre Bahn um die Sonne. Und etwa eine Milliarde Dollar würde es kosten, um bis zum Jahre 2020 mindestens 90 Prozent der rund 20.000 Himmelskörper zu finden, die der Erde gefährlich werden könnten, schätzt die NASA. Aber das Geld ist nicht vorhanden.

Der US-Kongress hatte die Behörde bereits 2005 damit beauftragt, einen Plan zum Aufspüren dieser Asteroiden auszuarbeiten. Zudem sollte sich die NASA überlegen, wie die gefährlichsten unter ihnen aus ihrer Bahn gelenkt werden könnten. Denn schon die Folgen einer Asteoriden-Explosion in Erdnähe, zu der es etwa durch eine Erhitzung in der Atmosphäre kommen könnte, wären verheerend.

Am 13. April 2029 kommen die Erde und der Asteroid Apophis (250 Meter Durchmesser) einander sehr nahe. Nur der dreifache Erddurchmesser (rund 38.000 Kilometer) wird die beiden Himmelskörper dann trennen. Die nächste Begegnung steht für 2036/37 an.

Alles eine Frage der Zeit.

Donnerstag, 15. März 2007

Klimasteuer für Kettenraucher

Der Blogger ist zurück aus dem Urlaub.

Klimaschädlich, zugegeben. Aber wer hat hier eigentlich den Schaden? Diese Frage stellte gestern Abend der WDR in Person des PS protzenden Moderators von "hart aber fair" einem führerscheinlosen Ex-Bundesumweltminister, einer vegetarischen Rallyefahrerin mit Steuersitz Monaco, einem manchmal Lupo fahrenden Taz-Kolumnisten, einem ökowelt-irrendem Autoren sowie einem Chef-Airliner mit CSU-Bindung und Meilenbonus unlimited.

Fazit? Wir lassen uns das Fliegen nicht verbieten. Keine Angst, keine Angst, meine Herrn! Aber der prominente Fußgänger wollte der Rennfahrerin doch noch auf die Bremse treten. Zumindest auf bundesdeutschen Autobahnen. Frei nach dem Motto: Rettet das Klima - Geht zu Fuß. Aber was kostet denn ein Kavaliersstart?

So konkret weiß es das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) nun auch nicht, wagt aber eine teure Prognose: 3.000.000.000.000 (drei Billionen) Euro zahlen Deutsche für die Klima-Katastrophe bis zum Jahre 2100. Immer die Deutschen. Ach nee, 'tschuldigung. DIW-Umweltexpertin Claudia Kemfert will den Bericht ja nicht als "konkrete Prognose", sondern als eine "Simulation und als Plädoyer für mehr Klimaschutz" verstanden wissen. Aja.

Klima, Schutz und Rock 'n' Roll. Da sinniert der klimabewusste E-Gitarrist doch glatt darüber, ob er demnächst nur noch unplugged auftreten soll? Aber nur wenn auch die Klimasteuer für Kettenraucher eingeführt wird, denn die verpesten eh nur die Konzertluft. Mann, Mann, jetzt haltet 'mal die Luft an.

Dem Klima zuliebe!

Montag, 5. März 2007

Seid Ihr noch zu retten?

Bundeskanzlerin A. Merkel will die Europäische Union auf den Klimaschutz einschwören. Aha. Nicht nur schadstoffarme Absichtserklärungen, nein, richtig was zum Anpacken soll dabei herauskommen. Abwarten. Die Mehrheit der Deutschen ist auch schon für ein Tempolimit auf den Autobahnen. Welche Mehrheit? Wahrscheinlich die ab Tempo 200.

Und die CSU (Herr Söder) will konventionelle Autos sogar verbieten. Ab dem Jahr 2020 sollen nur noch Autos zugelassen werden, die über einen umweltfreundlichen Antrieb verfügen. Aber ob die dann aus Bayern kommen? Verkehrsminister Tiefensee plant erstmal eine Ökoplakette für Autos, damit die Verbraucher auf Anhieb den Energieverbrauch erkennen können. Wie beim Kühlschrank.

Und den Urlaub werden die Deutschen wohl zukünftig zu Hause verbringen müssen. Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, ja den gibt es wirklich, heißt Ernst Hinsken und ist von der CSU, der empfiehlt die Heimat als Urlaubsziel. Deutschland sei reich an Kulturschätzen und landschaftlich reizvollen Gebieten. "Es schadet uns Deutschen nicht, wenn wir zwischendurch mal einen Urlaub im eigenen Land verbringen."

Umweltminister Sigmar Gabriel plädiert für freiwillige Klimaabgaben bei Flugreisen. Da staunste, auf ein Mal wollen alle die Welt vor dem Klimawandel zuerst retten. Nicht ganz: EU-Kommissar Günter Verheugen hat sich gegen "hysterischen Aktionismus" in der Klimadebatte ausgesprochen.

Europa verursache nur einen geringen Teil des globalen CO2-Ausstoßes, die Autoindustrie dürfe nicht zum Sündenbock gemacht werden. Genau! Nicht ohne deine A8-Dienstlimo und meine TUI-Flugbereitschaft nach Mallorca.

Nicht mit mir.

Freitag, 2. März 2007

Krumme Tour

Mensch, Ulle! Lässt Dir vom Freizeitradler Reinhold Beckmann die letzte Luft aus dem Reifen nehmen. Jetzt biste platt. Und Anti-Dopingman Hajo Seppelt legt Dir dazu noch eine astreine Indizienkette auf die Ritzel. So kommt man ja nicht in die Gänge, sondern aus dem Tritt. Eben.

Scheiße gelaufen und Rahmenbruch. Auch wenn Dir die Anwälte das Schweigegelübde abgenommen haben, eine Talkshow ist doch kein Kloster, selbst wenn diese von Herrn Beckmann moderiert wird. Aber vom Glauben konnte man schon abfallen. Hat er, oder hat er nicht? Zumindest ab und zu?! Gedopt gestrampelt. Er verhält sich so, als hätte er.

Duzfreund Beckmann siezte Jan Ullrich ins Schwitzen. Und jetzt wird nachgeperlt: Ullrichs Berater, ARD und die Beckmänner hickhacken über angebliche inhaltliche Absprachen, bzw. was nicht über den Sender sollte. Diese sportgeschichtliche Sendekonserve landet vielleicht dereinst im medialen Giftschrank der ARD.

Den Schlüssel dazu hat Doktor Fuentes.

Donnerstag, 1. März 2007

Frühlingserwachen

Im Märzen der Bauer, die Rösslein anspannt; er setzt seine Felder und Wiesen instand. Instand schon, aber mit Pferden nur noch in den Kinderreimen. PS-starke Dieselfresser, die auch Heizöl verkraften, pflügen den Boden, eggen und sähen. Bald auch mit CO2-Steuer, ihr werdet schon sehen.

Und im Stall furzt das Viehzeug unverfroren mitten in die Klimaerwärmung hinein. Doch diese viehische Tugend wird der aufgeweckte EU-Amtsschimmel nicht mehr lange kostenlos ertragen: Ein Methan-Siegel für den Kuhstall muss her.

Diesen brauchen die thailändischen Reisbauern aber nicht zu fürchten, obwohl sie viel mehr Methan produzieren als deutsche Rindviecher; aber soweit reicht der Globalisierungsspaß denn doch nicht.

Rund um den Globus düst auch die Lufthansa. Demnächst mit klimafreundlichen Tickets, bei deren Kauf Passagiere freiwillige Zuschläge zahlen sollen. Freiwillig! Haha. Die erwarteten Mehreinnahmen sollen dann direkt in Klimaschutzprojekte geleitet werden. Da wird nicht viel bei rumkommen, und das Klima hätte mehr davon, wenn die Flieger am Boden blieben.

Dort röhrt in der kommenden Saison das Honda Racing Team mit seinen Rennautos ohne Sponsoren-Logos über die Formel-1-Pisten. Stattdessen sind die Wagen mit einer Weltkarte überzogen. Man wolle damit auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam machen. Das Klima wird es ihnen danken. Und die Tabakindustrie wirbt zukünftig auf den US-Panzern im Irak.

Schließlich schlucken die Tanks rund 6 Liter Treibstoff pro Kilometer.